Für alle, die nicht hauptberuflich Künstler:innen sind und gerade erst mit dem Malen beginnen, ist die kreative Zeit etwas ganz Besonderes. Doch oft wird dieses Vergnügen Tag für Tag von anderen Verpflichtungen verdrängt: Arbeit, Familie, Haushalt, Garten, Haustiere, Kochen, Termine, Gesundheit und auch schöne Dinge wie Treffen mit Freund:innen oder Reisen.
Die Malerei bleibt dabei schnell zurück. Der Wunsch bleibt. Die Frustration, es nicht zu schaffen, auch. Und das tut auf Dauer nicht gut.
Wie gehe ich damit um? Wie finde ich Zeit? Wie viel Zeit brauche ich überhaupt? Diese Fragen begleiteten mich am Anfang ständig.
Die erste Frage, die ich mir ehrlich stelle: Habe ich das Gefühl, dass diese Aktivität wirklich mein Hobby werden soll? Natürlich darf man schnuppern, Mehreres ausprobieren, Neues kennenlernen. Aber die 24 Stunden am Tag lassen sich leider nicht erweitern. Also: Möchte ich dem Malen mehr Raum geben? Oder doch lieber dem Stricken, dem Sport? Wie gestalte ich meine Freizeit? Das ist eine Überlegung wert.
Und hier kommt mein kleiner Trick, der übrigens nicht nur fürs Malen gilt, sondern für jedes Hobby oder jede Leidenschaft, die man wirklich ausleben möchte:
Die erste Frage, die ich mir stelle: Wann am Tag kann ich mir bewusst Raum schaffen? Auch wenn es nur 20 Minuten sind, wo passt es gut in meinen Alltag? Das war mein Schlüssel, als ich damit gestartet habe. Wenn das Hobby einmal seinen Platz im Tagesablauf gefunden hat, ist es angekommen. Es gehört dazu.
Geht das gar nicht? Dann hilft ein externer Impuls: Melde dich für einen Kurs an, verabrede dich mit jemandem, der dasselbe möchte. So schaffst du dir aktiv Zeit und bewahrst sie.
Eine andere Möglichkeit ist, sich ein konkretes Ziel zu setzen: etwas für jemanden zu malen, eine Technik zu verbessern oder an einem Wettbewerb teilzunehmen. Das ist nicht ideal, weil man unter Zeitdruck arbeitet, aber für viele funktioniert es.
Wichtig dabei ist, kleine und erreichbare Ziele zu setzen. Ein kleines Aquarell, das sich gut in den Alltag integrieren lässt, kann schon viel bewirken. Und wenn es doch ein größeres Projekt sein soll, hilft es, sich bewusst zu machen:Es wird in kleinen Etappen entstehen, Schritt für Schritt, in „Häppchen“, die zur eigenen Lebensrealität passen. Ebenso empfehlenswert ist es, immer wieder einen Tag Pause einzulegen, bewusst Abstand zu nehmen. Denn mit ausgeruhten Augen sieht man vieles, was man mittendrin einfach übersieht.
Und das Wichtigste für mich war das: Ein echter Wendepunkt: Wenn ich male, dann male ich. Ich bin ganz bei der Sache. Ich höre Musik oder Radio, aber es ist verboten, in Gedanken bei all den anderen Aufgaben zu sein, die ich „eigentlich“ erledigen sollte. Denn das ist mein Moment. Das tut mir gut. Das gibt mir Zufriedenheit, Energie und Gesundheit.
Und genauso gilt: Wenn ich etwas anderes mache, bin ich auch dort ganz präsent. Diese Einstellung hat mir viel Schuld und Druck aus dem Leben genommen.
Macht das Sinn für dich?